Das Rollenspiel zum Thema Gruppenbenotung war sehr
realistisch. Jede Studentin hat schon einmal eine Gruppenarbeit gemacht. Bei
einer Gruppenarbeit liegt es in der Natur der Sache, dass nicht alle Teilnehmer
der Gruppe exakt genau gleich viel machen. Idealerweise wird zu Beginn der Arbeit
ein faire Arbeitsaufteilung gemacht. In unserem Fall ist dies nicht geschehen
und so haben die drei Studenten unterschiedlich viel zu der Gruppenarbeit
beigetragen und entsprechend sind zumindest zwei Studenten nicht zufrieden mit
der Benotung.
Unsere Mediatorinnen (Rahel im 1. Durchlauf und Anja im 2.
Durchlauf) haben ihre Rolle gut gespielt. Die Nur sind wir leider nicht über
die Phase 2 (Themensammlung) hinausgekommen. Wir sind bei der Darstellung der
einzelnen Interessen stehengeblieben. So ist es natürlich nicht möglich eine
Lösung zu finden. Bei einer zukünftigen Mediation wäre es wichtig, dass die
Themen jeder Partei gesammelt und wenn möglich strukturiert werden. So werden
Gemeinsamkeiten ersichtlich und aus gemeinsamen Interessen könnte dann eine
Lösung entstehen.
Ich habe gerade kürzlich einen ähnlichen Konflikt erlebt. Bei
einem Modul haben wir eine Gruppennote bekommen mit welcher wir nicht zufrieden
waren, da sie unserer Meinung nach nicht unserer Leistung entsprach. In diesem
Fall war der Konflikt jedoch nicht zwischen den einzelnen Gruppenmitgliedern,
sondern der zwischen den Dozenten und den Studenten. Wir haben dann zur Lösung
des Konflikts eine Besprechung zwischen den Studenten und den Dozenten
vereinbart. In dem Gespräch haben erst beide Parteien ihren Standpunkt
dargelegt. Das war auch eine Art Mediation. Glücklicherweise kamen wir in
dieser «Mediation» über die Phase 2 hinaus und konnten eine Lösung vereinbaren
mit der alle Beteiligten zufrieden waren. Wichtig erscheint mir in so einer
Konfliktsituation, dass alle Beteiligten eine gewisse Kompromissbereitschaft an
den Tag legten. Wenn alle auf ihrem Standpunkt beharren ist eine Lösung nicht
möglich. Im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass uns die Dozentin bei unserer
Besprechung gefragt hat, was wir uns für eine Lösung vorstellen könnten. Offenbar
hat sie auch mediatorische Kenntnisse.